Taramon ("Mira")

Taramon hieß früher "Mira" und wurde von einer jungen Frau in einer sogenannten „Fachtierhandlung“ in Homburg entdeckt und dann mehr oder weniger „gerettet“. Der kleine Leguan lag dort wohl halb verhungert und dehydriert in einer Box. Auf Beschwerde der Kundin, erhielt sie die Antwort, sie solle das „Vieh“ doch einfach mitnehmen - was sie dann auch tat! Der kleine Leguan wurde dann von seiner neuen Besitzerin Tatjana aufgepäppelt und wuchs schön heran, allerdings hatte er auch mehrere gesundheitliche Probleme. Unter anderem musste etwa die Hälfte des Schwanzes amputiert werden und eine Entzündung im Mund musste aufwendig behandelt werden. Auch die Zacken am Nacken fehlten bis fast zur Mitte des Körpers und es ist nicht bekannt, wie das geschehen ist.

Da der Leguan ziemlich Zeitaufwendig wurde und bald auch ein größeres Terrarium angeschafft werden musste, sollte er dann doch lieber ein neues Zuhause bekommen. Doch leider fand sich, trotz intensiver Suche nach einem neuen Zuhause, niemand, der die Echse aufnehmen wollte und so landete der Leguan schließlich nach einem weiteren Tierarztbesuch im Tierheim. Doch Tatjana sorgte sich sehr um ihren ehemaligen Pflegling und sah jeden Tag weiterhin nach ihm, um sich zu vergewissern, dass er auch medizinisch versorgt und gehalten wurde, sowie das richtige Futter erhielt. Umständlich und auf einigen Umwegen kam der Kleine dann schließlich zu mir. Für die Vermittlung möchte ich dem Tierheim in Homburg und der Reptilienaufangstation in München danken! Noch mehr Dank gebührt aber Tatjana, die nicht locker gelassen hat, bis der Leguan letztendlich bei mir war. Wir haben uns auf halber Strecke zwischen Homburg und Wangen getroffen und ich übernahm eine Box mit einem Leguan, den ich bisher nur von Bildern her gekannt hatte.

Zuhause angekommen, dachte ich, dass ein wilder Leguan aus der „Verpackung“ kommen würde. In seiner Styroporbox war das Echslein von den Mitarbeitern des Tierheims zusätzlich in einen Kissenbezug gewickelt und mehrfach verschnürt worden. Doch meine Überraschung war groß beim Aufschneiden des Bezugs: Es war gefährlicher großer Leguan, der da wie ein mittelgroßer Alligator eingepackt worden war, nein „Es“ wirkte wie ein Leguankind. Ängstlich schlich der Kleine erst mal hinter eine Pflanze.

Taramon schien in gutem Zustand und nicht abgemagert oder kränklich. Er war aber sehr scheu und ängstlich und so ließ ich ihn erst mal in Ruhe. Der kleine Leguan hat sich dann im Leguangarten einige Stunden später zu Ayla und Anthony hingelegt, als suche er Schutz, und die beiden haben ihn auch erst mal gelassen. Taramon hat von seiner Vorbesitzerin Tatjana auch viele Utensilien aus seinem alten Terrarium mitbekommen, darunter zwei große Borkenstücke, auf die er sich auch heute noch besonders gern hinlegt. Taramon ist unser Nesthäkchen, das aber erstaunlich viel essen kann und so unendlich schnell wächst, dass es fast schon unheimlich ist. Er explodiert regelrecht, aber alles an ihm wächst schön gleichmäßig mir. Aus dem ängstlichen und verstörten Leguan ist mittlerweile eine recht zutrauliche Echse geworden.

Taramon wohnt inzwischen in einem großen Leguan-Terrarium im Wohnzimmer und bekommt regelmäßig "Ausgang". Leider war er immer unverträglicher mit den anderen Grünen Leguanen geworden und musste daher aus dem Leguangarten ausziehen. Wenigstens hat sich sein schreckhaftes Verhalten uns Menschen gegenüber etwas gelegt. Von mir wird er jeden Tag umhergetragen und bewußt von Hand gefüttert. Auf diese Weise kann er lernen, dass ihm kein Mensch in unserem Hause etwas möchte.

Taramon geht gerne Treppen hoch und hat herausgefunden, dass im oberen Stockwerk ein großes Fenster zur Südseite eine ideale Sonnenquelle für ihn bietet. Dort liegt er oft zufrieden in der Sonne und schaut in den Garten hinunter. Seine Vorgeschichte hat er noch nicht vergessen, denn er erschrickt, wenn ich zu schnell nach ihm greife und seine Zacken lässt er auch nicht anfassen. Immerhin wachsen diese ganz langsam wieder nach und der kleine Kerl ist recht kräftig geworden. Wenn er so weiter macht, werden wir sicher noch viel Freude mit ihm haben.


Glücklicher Taramon. Er hat eine neue Einrichtung bekommen.

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