Rhinolopha

Rhinolopha ist ebenfalls ein Weibchen und 1996 zusammen mit einem Leguan namens Fernando bei mir angekommen. Ich habe beide über einen Tierschutzverein vermittelt bekommen. Vor 18 Jahren, als ich die Beiden aufnahm, meinte der Tierarzt, sie hätten keine Überlebenschance, denn sie waren stark dehydriert und unterernährt, sowie rachitisch und stark vermilbt. Doch beide haben es geschafft! Ich habe beide Tiere täglich gebadet, desinfiziert und die Parasiten bekämpft. Anfänglich musste ich die beiden mit pürierten Karotten füttern und es dauerte etwa 2 Wochen bis beide angefangen haben, von alleine zu essen.

In den ersten Wochen war Rhinolopha so scheu, dass sie, sobald man sie anschaute, in der Bewegung erstarrte - sogar beim Essen. Heute ist „Rhino“ sehr frech und klettert sogar an mir hoch wenn ich Futter bringe oder den Leguangarten sauber mache. Einmal hat war sie trächtig und hat rund 30 Eier abgelegt. Mittlerweile müsste sie ungefähr 20 Jahre alt sein. Ihr Schwanz ist etwas verkürzt und es fehlen auch ein paar Zehen, aber das behindert sie nicht. Ansonsten wuchs sie zu einem prächtigen Weibchen heran, das zwar sehr zahm ist und gerne Menschen um sich herum mag, aber sie ist immer ein bisschen streitsüchtig und etwas zu stolz.

Fernando ist leider schon nach 2 Jahren gestorben. Er hatte sich nach anfänglichen Machtkämpfen wunderbar in die Leguangruppe eingefügt und wurde sehr zahm. Nur gewachsen ist er nicht mehr. Dennoch denke ich gerne an diesen kleinen Kämpfer, der leider nur kurze Zeit bei mir war. Seine Gefährtin Rhinolopha macht mir dafür umso länger Freude mit ihrer frechen und stolzen Art! Hoffen wir, dass sie mit Madeleine und den anderen Leguanenmädels noch lange hocherhobenen Hauptes und nickend den Leguangarten auf den Kopf stellt.

Rhino war 23 Jahre bei mir, auch sie führte - wie ich denke - ein gutes Leben. Die letzten beiden Jahre wurde sie sehr dünn und grau, lag viel im Garten und genoss den lieben langen Tag die Sonne. Doch eines hat sie sich nie abgewöhnt – die Streitsuche! Manchmal, wenn sie sich lange genug in der Sonne aufgeheizt hatte, ging sie nickend auf die anderen Leguane los und hat sie wenigstens ein bisschen gezwickt. Wenn sie keinen Leguan gefunden hat, dann hat sie mir gegenüber gezeigt, wer der Boss ist. Im Alter gingen die Hormone etwas mit ihr durch. Sie meinte dann, dass sie ein Männchen sei und versuchte die anderen Leguane zu „begatten“, was zum Glück immer ohne Verletzzungen ausging. Wie alle meine Rhinolophas hatte sie viel Temperament und war etwas angriffslustiger als die übrige Sippschaft.

Aber niemals war sie richtig böse zu uns Menschen oder gar zu ihren Artgenossen, bei denen sie dann letztendlich auch in Frieden über die Regenbogenbrücke ging. Sie legte sich hin, hat mich angesehen, hat ihre Leguanfreunde angesehen und ist eingeschlafen. Um ehrlich zu sein, habe ich es nicht geglaubt, dass sie so sanft und schnell geht. Lange habe ich gehofft, sie schläft nur und wacht nickend wieder auf… vielleicht auf der anderen Seite des Regenbogens.

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