Madeleine

Madeleine ist mittlerweile 22 Jahr alt, ein stattliches Alter für einen grünen Leguan und ein Tier, das sehr sanft und uns Menschen gegenüber aufgeschlossen – fast neugierig ist. Das liegt wohl daran, dass sie nie schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat. Als ich sie aufnahm, lebte schon ihr Bruder Ghosa (ebenfalls noch ein Baby aus dem selben Gelege bei uns), sowie zwei halbwüchsige Leguane bei mir.

Madeleine hatte ungefähr im Alter von 10 Jahren eine schwere Knocheninfektion am Schwanz, worauf dieser amputiert werden musste. Durch die Vollnarkose und die Infektion war sie dann einige Wochen ziemlich geschwächt, konnte aber nach ihrer „Genesung“ wieder sehr gut klettern und hatte auch sonst glücklicherweise keine Probleme mehr. Doch nun als „alte Dame“ mit über 22 Jahren baut sie etwas ab. Klettern kann sie nicht mehr gut und man muss sie immer ein bisschen halten, damit sie nicht fällt.

Sie hat eine kleine Leiter im Leguangarten, von der sie nicht fallen kann und die es ihr ermöglicht ihren Sonnenplatz bzw. Badebecken alleine zu erreichen. Doch leider ist Madeleine auch etwas bequem geworden und ich muss den Leguan meistens zum Baden tragen und auch des Öfteren dazu ermutigen zu essen. Im Garten möchte Madeleine nicht mehr frei laufen. Meistens legt sie sich so in die Sonne, dass sie in Eingangsnähe ist. Aber ich denke bei so einem alten Tier darf man die Bequemlichkeit auch unterstützen. Ich bin jeden Tag froh, sie aufgenommen zu haben, obwohl ich das damals nicht vor hatte, weil ich ja schon 3 Leguane hatte und meinte, das wäre genug.

Aber wie das Leben so spielt, habe ich mich damals von einem Bekannten breitschlagen lassen. Er hatte sich UNÜBERLEGT mehrere Leguane gekauft und nachdem ich Ghosa bereits von ihm genommen hatte, nahm ich Madeleine einige Wochen später dazu. Ich befürchtete nämlich, dass er die Kleine wieder abgeben würde und sie dann immer weiter herumgereicht werden würde. Das wollte ich vermeiden! Also durfte sie damals zu ihrem Bruder bei mir einziehen. Madeleine sollte eigentlich der letzte Leguan sein, wie ich damals meinte…

Madeleine ist nach gut 22 Jahren bei mir gestorben. Das war zwar sehr traurig, aber so im Nachhinein bin ich erleichtert, dass sie friedlich in Ihrem Zuhause eingeschlafen war. Als ich sie damals zusammen mit ihrem Bruder Gosa als „Übrige“ aufnahm, hätte ich nicht gedacht, dass ich so viele Jahre mit diesem sanften Leguanmädchen verbringen würde. Obwohl ich sie vermisse, muss ich lächeln, wenn ich an sie denke. Oft kam sie zu mir und hat mich in die Füße gezwickt, wenn sie Hunger hatte. Manchmal blieb sie auch einfach neben mir am Schreibtisch liegen und hat geduldig gewartet, bis es Futter gibt, während andere Leguane an mir hochkletterten und mich ungeduldig anzüngelten.

Im Großen und Ganzen würde ich behaupten, dass Madeleine ein gutes und zufriedenes Leben geführt hat. Sie war immer sehr unkompliziert, war nie „wirklich“ krank und hat sich mit den anderen Leguanen nie gestritten. Ganz anders als mein Rhinolopha-Mädel „Rhino“, die regelrecht auf Streitsuche ging.

zurück zur Hauptseite