Haltung & Pflege

Grüne Leguane sind sensibler als man denkt und bevor man sich entschließt, einen Legauan zu halten, sollte einem auch klar sein, dass diese Tiere bis zu 20 Jahre alt werden. Das heißt, man muss sehr gründlich überlegen, ob man das Tier wirklich LANGFRISTIG pflegen kann. Als ich beispielsweise vor über 20 Jahren Madeleine aufgenommen habe - die heute immer noch bei mir lebt - war ich noch „Single“. Heute bin ich verheiratet und habe zwei Kinder im Alter von 14 und 16 Jahren. Das bedeutet, dass der Leguan nicht nur zweimal mit mir umgezogen ist, sondern auch die letzten 20 Jahre „miterlebt“ hat. Und ich hoffe nicht, dass mich die alte Dame so schnell verlässt!

Leguane, die ständig ihren Besitzer wechseln müssen sind gestresst und von Menschen und enttäuscht. Die Tiere verstehen ja nicht, warum sie ihr Zuhause verlassen müssen. Sie haben ein gutes Gedächtnis und es dauert lange, bis diese „Herumgestoßenen“ wieder Vertrauen gewinnen. Wagt man es dennoch, einen scheuen Leguan aufzunehmen, hilft es oft, wenn man sich in seiner Nähe nur langsam und ohne Hektik bewegt. Viel „Ansprache“ unterstützt den Prozess neues Vertrauen zu gewinnen.

Leguane erkennen nach einiger Zeit die Stimme des Pflegers und sehen neugierig zu, was er in ihrer Nähe macht (putzen, Futter bringen, Äste erneuern...). Wenn man dann immer wieder mit ruhiger Stimme den Namen des Tieres sagt und dabei Futter anbietet, gewöhnt sich das Tier in der Regel innerhalb von 4 Wochen an seine neue Umgebung. Die meisten Leguane fangen dann auch an, das angebotene Futter aus der Hand zu nehmen. Da ist dann meist schon die Angst des Tieres überwunden und wenn man sich oft mit dem Leguan beschäftigt, wird er sich an den Kontakt gewöhnen und ihn sogar suchen. Nun ist er „wirklich“ zuhause und möchte nicht wieder weggegeben werden!!!

Schicksale, wie man sie als Tier nicht braucht:

Schauen Sie sich einfach mal die Geschichte von Draco an oder besuchen Sie mal die Internetseite der Reptilienauffangstation in München www.reptilienauffangstation.de Es ist einfach nur traurig und tragisch für die Tiere, wie einfach und mit welchen Ausreden sie leichten Herzens abgegeben oder (wie Müll) weggeworfen werden. Wir Menschen sollten in der Lage sein, vor Anschaffung eines Tieres zu gründlich zu überlegen, ob wir das WIRKLICH wollen. Oder ob wir nur aus einer unüberlegten Laune heraus handeln.

Ein Platz für Leguane:

Der Leguangarten wurde an der Südwand unseres Wohnhauses errichtet Die Grundfläche beträgt 3,20 x 3,80 Meter. An sonnenlosen Tagen erfolgt die Heizung des Leguanhauses mittels Heizkörpern, die mit der Zentralheizung des Hauses verbunden sind. Diese Heizkörper sind so dimensioniert, um auch während eines strengen Winters Temperaturen von mindestens 25°C sicherstellen zu können. Die Zuleitungen zu den Heizkörpern sind in den breiten Fensterbänken verlegt und erwärmen diese, ähnlich einer Fußbodenheizung, auf 30–35 °C, sodass sich die wechselwarmen Tiere hier aufwärmen können.

Lampen und UV-Strahler

damit die Tiere auch in der trüben Jahreszeit genügend Licht und UV-Strahlung bekommen. setze ich Osram Ultra Vita Lux UV-Strahler mit je 300 Watt, sowie mehrere über den Kletterästen verteilte Halogenstrahler mit je 50 Watt ein. Alle elektrischen Anschlüsse befinden sich für die Leguane unerreichbar an der Decke, bzw. so geschützt dass keine Verbrennungsgefahr besteht. „Echte Sonne“ Sobald es im Frühjahr die Temperaturen zulassen, dürfen die sonnenhungrigen Leguane durch ein geöffnetes Fenster in eine Außenvoliere.

Die Einrichtung

Die Großechsen versuchen, alles zu erklimmen, was über ihre Köpfe hinausragt, ob es ihr Gewicht nun trägt oder nicht. Grüne Leguane sind nicht nur „Vandalen“, die alles umwerfen, nein, sie versuchen auch noch, alles zu fressen. Deshalb habe ich Pflanztröge aus Kunststoff und auch sonst keine zerbrechlichen Gegenstände im Wintergarten. Damit keine Scherben gefressen werden, bzw. Schnittverletzungen entstehen. Um möglichst alle Verletzungsmöglichkeiten auszuschließen, habe ich im Wintergarten alle Äste gut miteinander verschraubt und teilweise mit Kokosschnüren umwickelt, damit die Tiere beim Klettern nicht so leicht abrutschen.

Pflanzen und Futterplatz

Neben einigen stabilen Palmen, und Blumenampeln an der Decke (unerreichbar für die Leguane) brachte ich ersatzweise stabile Kunstpflanzen an, damit die Echsen einen gewissen Sichtschutz haben, denn selbst in einer eingespielten Gruppe gibt es manchmal kleinere Auseinandersetzungen. Dann braucht schon mal das eine oder andere Tier eine Rückzugsmöglichkeit. Auf einem Tisch – an dem die Leguane nicht hochklettern können – steht eine große, lebende Palme in einem Pflanzkübel. Das sieht für den Betrachter nett aus und bietet den Echsen zusätzlichen Sichtschutz.

Futterschalen aus Kunststoff oder Metall gehen nicht kaputt, wenn sie von den schuppigen Bewohnern herumgeschubst werden, weil das Futter nicht schnell genug kommt. An besonders sonnigen Tagen haben meine Leguane nonstop Appetit. Da werden an manchen Tagen bis zu 2 kg vor allem Wiesenkräuter, aber auch z. B. Karotten, Paprika und ein wenig süßes Obst vertilgt. Zusätzlich bekommen meine Leguane zusätzlich ein- bis zweimal die Woche ein Vitaminpräparat und etwas zusätzliches Kalzium für den Knochenaufbau über das Futter gestreut. Ringsum unter den Ästen befinden sich geflieste Bademöglichkeiten, in denen die Leguane gerne baden. Besonders gerne baden meine in warmem Wasser.

Da der Wintergarten an mein Büro angrenzt, bleibt es nicht aus, dass ich mich regelmäßig von meinen geschuppten Mitbewohner um die Kralle wickeln lasse und die Türe öffne, sobald sie mich lange genug ansehen. Es ist schwer diesen schönen goldbraunen Augen auch nur einen Wunsch abzuschlagen. Einige von den Echsen betrachten dann mein Büro als erweiterten Wohnraum, andere dagegen schleichen gerne in die Küche und wenn ich dann nicht schnell genug bin, werden dort sogar die Spagetti vom Tisch geklaut. Zahme Leguane essen vermutlich fast alles. Da ich aber der Überzeugung bin, dass Schokolade, Spagetti, Brot und auch sonstige für den Menschen bestimmte Nahrungsmittel für den Verdauungstrakt der meisten Reptilien nicht geeignet ist, sollte das vermieden werden.

Alle meine Leguane wurden inzwischen sehr zahm und genießen Ausflüge in das gesamte Haus und - unter Aufsicht – auch in den Garten. Doch letztendlich gehen die Tiere immer wieder von alleine in den Wintergarten. Gerade wenn man mal vergisst, die Türe hinter sich zu schließen, ist es beruhigend zu wissen, dass alle von alleine wieder auf die gewohnten Plätze zurückgehen. So hat jedes Tier seinen eigenen Schlafplatz und einen bevorzugten Sonnenplatz.