Anthony

Anthony kommt von „Antonier“ (altrömisches Geschlecht). Anteon war einen Sohn des Gottes Herkules und bedeutet „der Unschätzbare“, oder „der Wertvolle“.

Er ist erst vor ein paar Monaten aus Berlin angereist. Ein hübscher Rhinolopha Mann! Er hatte einige Vorbesitzer und so richtig weiß keiner über seine Vergangenheit Bescheid. Doch diese dürfte in seiner Jugend nicht so gut gewesen sein. Beim Tierarztbesuch wurden an seinen Füßen alte Verletzungen festgestellt, die so aussehen, als ob der arme Leguan auf einem Gitter gehalten worden war. Bei den vorletzten Besitzern hatte er dann wohl zu wenig Platz, aber dann kam dann für ihn der glückliche Moment, wo ihn eine Familie aufgenommen hat. Dort durfte er auf den Balkon und sich auch in der Wohnung frei bewegen. Leider war dies nur vorübergehend möglich und so kam er schließlich zu mir!

Martina, die letzte Halterin, war so verantwortungsvoll, dass sie ihn persönlich von Berlin zu mit nach Wangen gebracht hat. Dabei wollte sie sich auch versichern, dass er bei mir wirklich gut untergebracht sein wird. Sie meinte es wirklich gut mit dem vermeintlichen „alten und ruhigen Leguan“ den ich als Gesellschaft für meinen ebenfalls alten und pflegebedürftigen Leguan Draco aufnehmen wollte.

Doch es kam natürlich ganz anders als geplant. Als Anthony erst einmal hier war, ist er von einem ruhigen zurückhaltenden Tier zu einem richtigen Temperamentsbündel mutiert. Dabei reagierte er leider auch etwas seltsam auf Artgenossen und Dinge, wie beispielsweise Handtücher, in die er gerne hinein beißt. Wir hatten am Anfang wirklich Probleme, den Kerl in Schach zu halten. Er hat auf andere Leguane unsicher und zugleich aggressiv reagiert.

Seine Hormone gingen mit ihm durch und zeigten ihm doch instinktiv, was mit einem Mädel zu tun wäre, doch sogar dies stellte er etwas ungeschickt an. Unsere alte Leguandame Ayla hat er auf einem Ast so sehr bedrängt, dass beide zusammen herunter fielen und sich dabei leicht verletzten. Anthony habe ich daraufhin zeitweise von der Gruppe getrennt und nur unter Aufsicht wieder zu den anderen Leguanen gelassen. Nach kurzer Zeit hat er gelernt, dass er „evakuiert“ wird, wenn er zu sehr "aufdreht".

Mittlerweile ist er etwas entspannter und benimmt sich recht gut. Allerdings evakuiere ich ihn oder Ayla vorsichtshalber aus dem Leguangarten, wenn niemand von uns da ist, denn ich möchte auf keinen Fall weitere Verletzungen riskieren. Uns Menschen gegenüber ist Anthony eher unsicher und macht vorsichtshalber „dicke Backen“. Er lässt sich aber anfassen und auch hochheben. Meine Familie und ich haben den „unwirschen Kerl“ inzwischen richtig ins Herz geschlossen. Keiner kann an ihm vorbei gehen, ohne ihn kurz an den dicken Bäckchen zu kraulen und ihm einen Leckbissen zu geben. Ein richtig „Verwöhnter“ eben!

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